Biografie

Peter David nennt sich selbst "Writer of stuff" (dt.: Schreiber von Zeugs). Als PAD ist er bei seinen Fans bekannt, was den Initialen seines vollen Namens Peter Allen David entspricht. Ein Spitzname, der im Englischen zu Wortspielen einlädt, was Peter auch immer wieder einmal nutzt (z. B. NotePAD oder PADawans - das wäre übrigens keine schlechte Bezeichnung für seine Fans, ähnlich wie Trekker).

Er wurde am 23.9.1956 in Maryland, USA, geboren. Seine Eltern sind Gunther und Dalia David, er hat eine Schwester, Ronni Beth, und einen Bruder, Wally. Peter wuchs in New Jersey und Pennsylvania auf. An der New York University absolvierte er sein Studium und schloß mit dem akademischen Grad eines Bakkalaureus in Journalismus ab. Damit trat er beruflich in die Fußstapfen seines Vaters.

Zu schreiben begann er eigenen Aussagen zufolge mit fünfzehn Jahren, "in meinen Fanzine-Tagen", wie er es ausdrückte. Er beschäftigte sich mit Science Fiction, v. a. Star Trek, schrieb für Fanzines und dachte sich Sketche für Conventions aus.

1978 heiratete er Myra Kasman, die er auf einer Star Trek Convention kennen gelernt hatte. Sie haben zusammen drei Kinder: Shana (22), Guinevere ("Gwen", 18) und Ariel (12). Nach seiner Scheidung begann Peter eine Beziehung mit Kathleen O'Shea, einer Puppenmacherin, bei der eingekauft hatte. Später wurde sie Assistant Editor bei Del Rey, hat den Verlag aber mittlerweile verlassen. Die beiden heirateten im Mai 2001. Im Dezember 2002 kam die gemeinsame Tochter Caroline zur Welt, Peter und Kathleen leben mit den Töchtern in New York.

Peter Davids professionelle Schreiber-Karriere begann, während er bei Marvel als "Direct Sales Manager" arbeitete, wo er die Aufgabe hatte, den Vertrieb an die Comic-Shops zu optimieren. Bald langweilte ihn sein Schreibtischjob und er begann, selbstgeschriebene Geschichtenentwürfe an Freunde und Kollegen bei Marvel zu schicken. Zuerst reagierten die Verleger etwas zurückhaltend damit, Geschichten von einem Verkäufer anzunehmen, aber Peters Talent war unverkennbar.

Der Durchbruch gelang ihm mit seiner Arbeit an der Comic Serie "Spectacular Spider-Man", wo er Mitte der Achtziger insbesondere durch den Vierteiler "The Death of Jean DeWolfe" Aufsehen erregte und zeigte, dass er seiner Zeit weit voraus war: Er ließ eine beliebte Nebenfigur auf ganz undramatische Weise direkt am Anfang der Handlung sterben und etablierte die Figur des psychopathischen Serienkillers "Sin-Eater", der trotz oder gerade wegen seines raschen Todes in der Serie auch heute noch einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.

Peter David`s Liebe für ständige Veränderung und die psychologische Durchleuchtung seiner Figuren zeigte sich auch in seiner hochgelobten zwölfjährigen Arbeit an "The incredible Hulk", den er im Grunde völlig neu definierte und erst verließ, als man ihn bei Marvel dazu bewegen wollte, den früheren stummen und wilden Hulk zurückzubringen.

Comic Fans ist er außerdem bekannt als Autor bei den Serien "Aquaman", "Supergirl", "Soulsearchers & Co.", "Young Justice", "Spy-Boy" und anderen, inklusive der neuen Serien "Fallen Angels" und "Teenage Mutant Ninja Turtles". Er schreibt eine wöchentliche Kolumne im "Comic Buyer's Guide", die "But I Digress..." (zu deutsch "Aber ich schweife ab ...") heißt.

Außerhalb der Comic-Branche ist Peter David vor allem für seine Star Trek Romane bekannt, die häufig recht humorvoll sind. Viele seiner Star Trek Bücher landeten in der New York Times Bestseller-Liste. "Imzadi" zählt noch heute zu den bestverkauften Star Trek Romanen. Zudem schuf er die überaus populäre Reihe "Starfleet Academy", mit der er sich erfolgreich auch bei einem jüngeren Publikum etablieren konnte.

Peters Fähigkeiten und Erfolg als Star Trek Autor brachte ihm 1997 auch die Chance seine eigene Ecke des Star Trek Universums mitzuentwerfen: "Star Trek - New Frontier" (dt. "Die neue Grenze"). Seitdem hat er siebzehn Romane dafür geschrieben, zwei Kurzgeschichten und einen Comic.

Seine Fantasy-Romane "Sir Apropos of Nothing" und "Knight Life" waren ebenso sehr erfolgreich. Für beide Romane wurden Fortsetzungen veröffentlicht.

Weniger erfolgreich hingegen war Davids bisherige Arbeit für Kino und Fernsehen: Er schrieb die Skripts zu "Trancers IV: Jack of Swords" und "Trancers V: Sudden Death", die beide von "Akte X" Regisseur David Nutter verfilmt wurden, und zur Science-Fiction-Western-Parodie "Oblivion" (der den Gold Award beim 1994er Houston International Film Festival für den Best Theatrical Feature Film in der Kategorie Fantasy/Horror, die Fortsetzung heißt "Oblivion II: Backlash" ). Alle drei Filme genießen Kult-Status, internationalen Erfolg erntete er dadurch aber nicht.

Für das Fernsehen arbeitete Peter unter anderem an "Babylon 5" (2. Staffel: Episoden "Soul Mates" und "There All the Honor Lies"; er schrieb auch die Romane zu den B5-Filmen "In The Beginning" und "Thirdspace" und die Comics zur Serie "In Valen's Name", Teil 2 und 3; zudem ist er für den John Sheridan Bär verantwortlich) und "Crusade" sowie an der Trickfilmserie "Roswell".

Seine Zusammenarbeit mit B5-Darsteller Bill Mumy an diversen Projekten gipfelte in der für den Cable Ace Award nominierten Kinderserie "Space Cases", die zwei Staffeln lang (26 Folgen) bei Nickelodeon lief. Er beschreibt sie als "Kombination von Star Trek und Lost in Space".

2001/2002 arbeitete Peter David auch wieder für Chaos! Comics, und zwar an der vierteiligen Mini-Serie "The Haunted" mit Zeichner Nat Jones, die im Dezember 2002 erschien. Obwohl Peter die Erfahrung genoß, verhinderte der Bankrott des Verlags eine weitere Arbeit an den Figuren.

Mittlerweile umspannt Peter Davids Karriere zwei Jahrzehnte. Er hat in fast jedem denkbaren Medium gearbeitet: Fernsehen, Film, Buch, Kurzgeschichte und Comics und schaffte sich in allen davon eine umfangreiche Anhängerschaft. Die Auszeichnungen, die er mit seiner vielfältigen Arbeit erlangte, umfassen zum Beispiel den Haxtur Award 1996 (Spanien) für das beste Comic Script, den OZCon 1995 Award (Australien) als beliebtester Internationaler Autor, den Comics Buyers Guide 1995 Fan Award als beliebtester Autor. Außerdem ist er Wizard Fan Award Winner 1993, erhielt 1994 den Golden Duck Award für Serien für junge Erwachsene (für Starfleet Academy), den UK Comic Art Award 1993 und den Will Eisner Comic Industry Award 1993. Vor kurzem wurde seine Arbeit wieder für zwei Kategorien für den Eisners nominiert. Beim 1999er SFX Readers Award war er der sechstbeliebteste Autor, wobei vier seiner Bücher in ihrer Kategorie in die Top Ten kamen.

Mit seinen eigenen Worten kurz gesagt: "Peter David schreibt eine Menge Zeugs."